Islands berühmteste Sehenswürdigkeit: eine geisterhafte Lagune voller treibender Eisberge im Vatnajökull-Nationalpark, direkt neben dem Diamond Beach.
Geschichte & Sage
Jökulsárlón ist wohl die berühmteste Sehenswürdigkeit Islands und wird oft als „geisterhaft“ und „magisch“ beschrieben. Dabei ist dieses Naturwunder relativ jung: In den 1930er-Jahren gab es die Lagune noch gar nicht. Sie entstand durch den schnellen Rückzug des Gletschers Breiðamerkurjökull, der infolge des Klimawandels in alarmierendem Tempo schmilzt. Die Lagune ist direkt mit dem Meer verbunden. Dadurch mischen sich Süß- und Salzwasser, und sie friert nie vollständig zu, sodass Robben das ganze Jahr über zwischen den Eisbergen spielen. Nachdem die Eisberge durch die Lagune getrieben sind, werden sie ganz in der Nähe an den schwarzen Sandstrand gespült und bilden den berühmten „Diamond Beach“.
Geologie & Wissenschaft
Die Lagune ist der tiefste See Islands (über 284 m tief), ausgeschürft vom Gewicht der gewaltigen Gletscherzunge. Die Eisberge, die du hier treiben siehst, können Tausende von Jahren alt sein und zeigen tiefes Blau (stark verdichtetes Eis) sowie schwarze Streifen (Asche früherer Vulkanausbrüche). Sie kalben von der Gletscherwand ab, treiben jahrelang in der Lagune und gelangen schließlich hinaus aufs Meer.
Sicherheit
Schwimme nicht in der Lagune und versuche nicht, auf den Eisbergen herumzulaufen, selbst wenn die Lagune zugefroren aussieht. Das Wasser ist eiskalt, und in der Nähe der Brücke herrschen starke Strömungen. Bootstouren (Amphibienboot und Zodiac) werden von Mai bis Oktober/November angeboten, hängen aber stark von den Windverhältnissen ab.
Fototipp
Nutze ein Teleobjektiv (70-200 mm), um die Entfernung zu verdichten und einzelne Eisberge oder Robben freizustellen. Das blaue Eis wirkt an bewölkten Tagen am intensivsten, da direktes Sonnenlicht harte Reflexionen erzeugen kann. Der Sonnenuntergang ist hier spektakulär, wenn das Licht in flachem Winkel auf das Eis fällt.
Insidertipp
Buche nicht einfach nur die Standardtour mit dem Amphibienboot. Mit den Zodiac-Bootstouren kommst du viel näher an die Gletscherfront heran und fährst zwischen den Eisbergen hindurch – ein weit besseres Erlebnis.
Beste Reisezeit
Am späten Nachmittag oder frühen Abend. Die tief stehende Sonne trifft die Eisberge perfekt, und die Tagesausflügler aus Reykjavík sind bereits wieder abgefahren.
Was mitnehmen
Schutz vor extremer Windkälte. Der Wind weht direkt vom Gletscher Vatnajökull herab. Nimm selbst mitten im Sommer eine warme Mütze, Handschuhe und eine isolierte Jacke mit.
Häufige Fragen
Muss ich eine Bootstour auf dem Jökulsárlón im Voraus buchen?
Ja, besonders im Sommer. Zodiac-Touren sind schon Wochen im Voraus ausgebucht. Wenn du die Lagune aber nur vom Ufer aus anschauen möchtest, brauchst du weder eine Buchung noch zahlst du eine Gebühr.
Wie weit ist der Jökulsárlón von Reykjavík entfernt?
Ohne Pause sind es von Reykjavík aus etwa 5 Stunden Fahrt (380 km). Wir empfehlen dringend, an der Südküste zu übernachten, statt die Strecke als Tagesausflug zu versuchen.




