Im Oktober kippt Island endgültig in den Winter. Das merkt man auch an der Uhr – das Tageslicht schrumpft bis zum Monatsende von 11 auf etwa 8 Stunden. Doch der dunkler werdende Himmel bringt die Hochsaison für das Nordlicht, die Eishöhlensaison steht vor der Tür (frag bei den Tourveranstaltern nach), und die Landschaft zeigt eine karge, dramatische Schönheit. Es ist ruhig, es ist bezahlbar, und die Stimmung ist im besten Sinne melancholisch.
Wetter & Bedingungen
Tageslicht
Highlights
- Hochsaison für das Nordlicht
- Die Eishöhlensaison beginnt meist im November (informiere dich bei den Anbietern)
- Der erste Schneefall kann die Landschaft völlig verwandeln
- Weniger Touristen als im Sommer
- Nebensaisonpreise
Warnungen
Straßen zunehmend vereist – Winterreifen ab 1. November üblich (3 mm Profiltiefe; Spikes erlaubt)
Die meisten Hochlandstraßen sind gesperrt – prüfe road.is
Einige Touren und Angebote laufen nach Winterfahrplan
Das Tageslicht nimmt rapide ab – plane deine Fahrten sorgfältig
Was du sehen kannst
- Nordlichter: Nordlichter haben Saison. Lange, dunkle Nächte und gute Chancen auf Polarlichter.
- Mitternachtssonne: Nein.
- Papageitaucher: Bereits fort.
- Wale: Eingeschränkt – einige Wintertouren werden angeboten.
- Tierwelt: Spärlich. Islandpferde bekommen ihr Winterfell. An den Stränden im Süden sind manchmal Robben zu sehen.
- Landschaft: Der Spätherbst geht in den Frühwinter über. Erster Schnee auf den Gipfeln, braunes Tiefland, dramatischer, stürmischer Himmel.
Geöffnet & geschlossen
VerfügbarVorher prüfen– möglich, aber nicht sicherGeschlossen
- HochlandstraßenGeschlossen
Größtenteils gesperrt – prüfe road.is.
- EishöhlenVorher prüfen
Die Saison beginnt meist im November – frag bei den Anbietern nach.
- WestfjordeVorher prüfen
Erreichbar, aber die Bedingungen verschlechtern sich.
- CampingplätzeGeschlossen
Größtenteils geschlossen.
- SchwimmbäderVerfügbar
Fast alle haben geöffnet.
- SonstigesVorher prüfen
Der Golden Circle und die Südküste sind in der Regel ganzjährig erreichbar; bei Stürmen können Straßen gesperrt werden.
Empfohlene Routen
Packliste
Die Winterausrüstung kommt zurück: warme Schichten, alles wasserdicht, Stirnlampe (Ende Oktober geht die Sonne spätestens um 17 Uhr unter). Handschuhe und Mütze sind unverzichtbar, wenn du das Nordlicht beobachten willst.
5 Tage Island im Oktober
- Tag 1
Ankunft → Reykjavík → Jagd auf das Nordlicht.
- Tag 2
Golden Circle.
- Tag 3
Südküste – Wasserfälle und Reynisfjara.
- Tag 4
Halbinsel Snæfellsnes.
- Tag 5
Reykjavík – Museen, Schwimmbäder → Abreise.
Budget im Überblick
Andrang & Preise
Ruhiger als im Sommer. Hervorragende Preise, freie Plätze sind leicht zu finden. Island wirkt gelassener.
Im Oktober zeigt sich Island auf das Wesentliche reduziert: Fels, Wasser, Himmel und zunehmend Dunkelheit. Die touristische Infrastruktur schaltet in den Wintermodus, Busse fahren seltener, manche Gästehäuser auf dem Land schließen eventuell, und die Ringstraße fühlt sich allmählich wirklich abgelegen an.
Dafür bekommst du Atmosphäre. Stürmische Oktoberhimmel über Reynisfjara sind dramatischer als jede Sommerpostkarte. Das Nordlicht ist vom endlosen Tageslicht des Sommers befreit und tanzt nun in immer längeren Nächten. Und wenn schon früh ein Hauch Schnee auf Kirkjufell und Eyjafjallajökull liegt, bekommt die Landschaft eine Schärfe, die kein Filter nachahmen kann.
Der Oktober ist etwas für alle, die ihr Island lieber rau als geschliffen mögen. Weniger Angebote bedeuten mehr Eigenständigkeit. Kürzere Tage verlangen eine bewusstere Planung. Doch der Lohn – leere Straßen, günstige Preise und einige der dramatischsten Lichtverhältnisse des Jahres – macht ihn zu einem Lieblingsmonat bei Wiederholungstätern.
Häufige Frage
Ist der Oktober zu spät für eine Islandreise?
Überhaupt nicht. Der Oktober bietet Nordlicht, dramatische Landschaften, niedrige Preise und weniger Andrang als im Sommer. Es ist kälter und dunkler als im Sommer, aber genau das macht für viele Besucher den Reiz aus.
