Kerið ist ein 3.000 Jahre alter vulkanischer Kratersee am Golden Circle, berühmt für sein leuchtend blaues Wasser, die blutroten Schlackewände und das sattgrüne Moos. Anders als die meisten isländischen Krater, die durch explosive Ausbrüche entstanden sind, bildete sich Kerið, als ein Kegelvulkan seine Magmakammer entleerte und in sich zusammenstürzte. Das Ergebnis ist eine der fotogensten geologischen Formationen Islands: eine fast perfekt elliptische Caldera mit 270 Metern Durchmesser und 55 Metern Tiefe. Kerið ist die einzige Sehenswürdigkeit am Golden Circle, die Eintritt kostet (600 ISK). Damit wird die Instandhaltung der Wege auf dem Privatgelände finanziert. Die Akustik im Krater ist so bemerkenswert, dass Björk hier einmal ein Konzert auf einem schwimmenden Floß auf dem See gab.
Geschichte & Sage
Kerið gehört zur Kraterreihe Tjarnarhólar, einer Kette aus vier Vulkankratern entlang einer 800 Meter langen Spalte in der Gegend Grímsnes im Süden Islands. Nach örtlicher Überlieferung steigt und fällt der Wasserspiegel des Sees mit den Gezeiten des Meeres. Geologen führen die Schwankungen dagegen auf jahreszeitliche Veränderungen des Grundwassers zurück: Der See wird von unten gespeist, nicht durch Regen. Im Winter friert der See vollständig zu, und der Krater wird zu einem schneebedeckten Amphitheater. Der Name Kerið bedeutet im Altisländischen ungefähr „Wanne“ oder „Gefäß“ und beschreibt die perfekte Schüsselform. Das umliegende Land ist seit Generationen in Privatbesitz und wird heute von Arctic Adventures verwaltet, das das Gelände 2023 gekauft hat.
Geologie & Wissenschaft
Kerið ist etwa 3.000 bis 6.500 Jahre alt, für isländische Verhältnisse also jung. Deshalb ist sein rotes Vulkangestein noch nicht zum typischen Schwarz oxidiert. Die leuchtend roten und orangefarbenen Hänge bestehen aus eisenreicher Schlacke, die anders als ältere Formationen noch nicht durch Jahrtausende von Regen und Wind verwittert ist. Die Caldera ist 270 Meter (886 ft) lang, 170 Meter (558 ft) breit und 55 Meter (180 ft) tief. Der See am Grund ist je nach Jahreszeit 7 bis 14 Meter tief. Seine auffällige aquamarinblaue Farbe stammt von gelösten Mineralien im Grundwasser, nicht von Algen; das Wasser ist erstaunlich klar. Kerið wird als Maar eingestuft, ist also durch den Einsturz eines Vulkankegels statt durch einen explosiven Ausbruch entstanden. Deshalb sind seine Wände so steil und symmetrisch.
Sicherheit
Der Rundweg am Kraterrand ist kurz und leicht und verläuft auf gut gepflegten Schotterwegen. Plane für die Runde oben 15 bis 20 Minuten ein. Die Holztreppe hinunter zum See hat 139 Stufen mit Geländer, kann bei Nässe oder Eis aber rutschig sein. Nimm im Winter Schuhe mit gutem Profil oder Grödel mit. Bleib auf den markierten Wegen: Das Vulkangestein an den Kraterwänden ist locker und brüchig. Baden im See ist aus Sicherheits- und Naturschutzgründen streng verboten. Direkt am Kerið gibt es weder Toiletten noch Essen, aber der Ort Selfoss mit voller Infrastruktur liegt nur 15 km südlich. Drohnenflüge über dem Krater sind verboten.
Fototipp
Komm, wenn die Sonne hoch steht (im Sommer um die Mittagszeit), dann ist die Farbe des Sees am kräftigsten: Das Aquamarin leuchtet bei direktem Licht. Der Kontrast aus rotem Gestein, grünem Moos und blauem Wasser wirkt von Natur aus übersättigt und lässt sich ohne Filter wunderbar fotografieren. Geh den ganzen Kraterrand ab, um verschiedene Perspektiven zu finden: Die Ostseite bietet den weitesten Blick, der Nordrand hat am Nachmittag das beste Licht. Für das klassische Motiv steigst du zum See hinab und rahmst das Wasser mit den hoch aufragenden roten Wänden ein. Zur goldenen Stunde werfen die Kraterwände lange, dramatische Schatten. Im Winter ergibt ein zugefrorener See mit schneebestäubten roten Hängen ein völlig anderes, aber ebenso eindrucksvolles Bild.
Insidertipp
Komm im Sommer vor 10 Uhr, um den Reisebussen zuvorzukommen – die Busse der Golden-Circle-Touren erreichen Kerið meist zwischen 11 und 15 Uhr. Der Eintritt kostet 600 ISK pro Person (Kinder unter 12 Jahren frei, Gruppen ab 10 Personen erhalten 10 % Rabatt). Der Krater ist nur bei Tageslicht zugänglich, im Winter also nur eingeschränkt. Kombiniere Kerið mit der Secret Lagoon im nahen Flúðir zu einem perfekten Halbtagesausflug, den die meisten Golden-Circle-Touren auslassen. Prüfe im Winter, ob der See zugefroren ist – der Anblick einer komplett weißen Kraterschüssel ist es wert, den Besuch danach zu planen.
Beste Reisezeit
Im Sommer (Juni–August) erlebst du die kräftigsten Farben und die längsten Besuchszeiten. Das aquamarinblaue Wasser leuchtet bei direktem Sonnenlicht am stärksten. Im Winter (November–Februar) wartet ein völlig anderes Erlebnis – zugefrorener See, verschneite Hänge und deutlich weniger Besucher. Meide in der sommerlichen Hochsaison die Mittagszeit, wenn du den Krater für dich allein haben willst. Der Ort ist ganzjährig bei Tageslicht zugänglich.
Was mitnehmen
Freizeitkleidung und bequeme Schuhe mit griffiger Sohle. Der Weg am Kraterrand ist leicht, die Treppe nach unten kann aber rutschig sein. Nimm im Winter wasserdichte Kleidung und Schuhe mit gutem Grip oder Grödel für vereiste Stufen mit. Eine Windjacke ist das ganze Jahr über nützlich – der Kraterrand liegt ungeschützt im Wind.
Häufige Fragen
Wie viel kostet der Eintritt zum Krater Kerið?
Der Eintritt kostet 600 ISK (etwa 4,50 US-Dollar) pro Person, Stand 2026. Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt. Gruppen ab 10 Personen erhalten 10 % Rabatt. Mit der Gebühr werden die Wege und Einrichtungen auf diesem Privatgelände instand gehalten.
Gibt es am Krater Kerið einen Parkplatz?
Ja, direkt neben dem Eingang zum Krater gibt es einen kostenlosen Parkplatz. Im Sommer kann er zwischen 11 und 15 Uhr voll sein, wenn die Busse der Golden-Circle-Touren ankommen. Plane deinen Besuch daher am besten früh morgens oder am späten Nachmittag.
Wie viel Zeit sollte ich für Kerið einplanen?
Plane 20 bis 45 Minuten ein. Für den Rundweg am Kraterrand brauchst du in gemütlichem Tempo etwa 15–20 Minuten. Rechne weitere 15–20 Minuten dazu, wenn du die 139 Stufen zum Seeufer hinabsteigst – das lohnt sich wegen der besten Ausblicke und der Akustik.
Kann man im Kratersee Kerið schwimmen?
Nein, Schwimmen ist streng verboten. Die steilen Vulkanwände sind instabil, das Wasser ist kalt, und der Ort ist geschützt, um Umweltschäden zu verhindern.
Wie ist der Krater Kerið entstanden?
Kerið entstand vor etwa 3.000 bis 6.500 Jahren, als ein kegelförmiger Vulkan seinen Magmavorrat erschöpft hatte und nach innen einstürzte. Dabei bildete sich eine Caldera. Damit unterscheidet sich Kerið von den meisten Kratern, die durch explosive Ausbrüche entstehen. Der See hat sich im Lauf der Zeit mit Grundwasser gefüllt.
Liegt Kerið an der Route des Golden Circle?
Ja, Kerið liegt direkt neben der Route des Golden Circle, etwa 15 km nördlich von Selfoss an der Straße 35. Vom Þingvellir-Nationalpark fährst du rund 25 Minuten, von Reykjavík etwa 1 Stunde. Damit ist der Krater ein hervorragender vierter Stopp auf dem Golden Circle.
Wann ist der Krater Kerið geöffnet?
Kerið ist bei Tageslicht geöffnet. Die Zeiten schwanken je nach Jahreszeit stark: im Sommer ungefähr von 8 bis 21 Uhr, im Winter von 10 bis 17 Uhr. Eine künstliche Beleuchtung gibt es nicht.
Friert der See im Krater Kerið im Winter zu?
Ja, der See friert in der Regel von November bis März zu, und der Krater verwandelt sich in ein eindrucksvolles, schneebedecktes Amphitheater. Der gefrorene See vor den roten Vulkanwänden ergibt eine beeindruckende Winterlandschaft.




